Unter Digiskopie versteht man das Fotografieren mit einer Digitalkamera durch ein Teleskop,

Spektiv oder auch Fernglas. Wer kommt auf so eine "Schnapsidee"?

 

Jeder, der auf einfache Weise ohne allzu teures Gerät Belegaufnahmen machen möchte, für die er sonst 

 ca. 10 Kilo sehr teure Technik nur zum Fotografieren mitschleppen müßte.
Und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen  :

 Hardun-k

  Hardun (Zypern)

 

 

 

 

 

Steinkauz (Zypern)       Lilith-Kauz_2

 

Das Beeindruckende an der Sache sind die Vegrößerungsmöglichkeiten, die mit diesem System erzielbar sind:

Das vergrößerte Bild, das unser Beobachtungsgerät auf den kleinen Chip unserer Digitalkamera projiziert,

wird von dieser aufgenommen und gespeichert. Damit kommt man zu beeindruckenden Ergebnissen:

HP

 

   Beachte den Pfeil links im Bild ,wo das Objekt vor der Pfeilspitze

   micht einmal zu erahnen ist - aufgenommen mit Digitalkamera

   alleine... 

 

 

...und dann drunter das Ergebnis mit derselben

Digitalkamera aufgenommen durch ein 30 x 60 -Spektiv: 

Es ist ein Futterhäuschen am Balkon !

HP1

 

 

Oder noch ein Beispiel gefällig? Im nachfolgenden Bild ist der Untersberg von unserem Balkon aus zu sehen,

aufgenommen mit der Normalbrennweite der  Digitalkamera:

                                                                                                                                                                                                                                                                                         HP2

 

 

 

 

 

 

 

...und  das Ergebnis - der Gipfel mit Seilbahnstation auf dem Untersberg - durch ein 30x60 Spiegel-Spektiv!

 So eineAufnahme ist allerdings nicht jeden Tag machbar, da dafür beste atmosphärische Bedingungen herrschen

müssen, da sonst die Thermik einen Strich durch die Rechnung macht. Die 2. Aufnahme ist auch an einem

anderen Tag am Spätnachmittag gemacht nach Abzug eines Tiefs bei optimaler Sicht:

1ta30x60

 

Auch mit einem 8 x 30 Feldstecher sind schon ordentliche Ergebnisse zu erzielen: zuerst mit der

Normalbrennweite der Digitalkamera:

HP3

 und dann durch einen 8 x 30 - Feldstecher!

HP4

Ist also jetzt die Digiskopie der Todesstoß für die Spiegelrefelexfotografie+Teleobjektiv? Keineswegs! Spitzenqualität

ist nur mit Teleobjektiven plus entsprechender Öffnung und Qualität zu erzielen - auch hier gilt die

alte Optik-Binsenweisheit: Öffnung kann durch nichts ersetzt werden! Aber: Öffnung und Qualität

haben leider einen Preis, der für viele Fotografen ruhigen Gewissens nicht finanzierbar ist und das 

Gewicht der Ausrüstung ist ebenso spaßmindernd. So faszinierend Digiskopie auch für den Tele-Begeisterten

ist, so hat sie auch ihre Tücken - gelungene Ergebnisse müssen erst erarbeitet werden. Warum? Ich muß zuerst

einmal die optischen Achsen von Spektiv und Digitalkamera genau aufeinander ausrichten! Gelingt das

nicht perfekt, sind sofort Vignettierungen im Bild zu sehen. Es gibt "Experten", die halten ihre

Digitalkamera freihändig ans Okular und bringen auch so manchmal brauchbare Bilder zustande - aber

eben nur manchmal. Die etwas Schlaueren halten einen Kunststoffring (abgesägtes Platikrohr passender

Größe) auf das Okular des Spektivs und setzen darauf die mit der Hand gehaltene Kamera (vermindert Verwacklungen!)

 und lösen aus, wobei die Trefferausbeute bereits deutlich steigt, vorausgesetzt, man verwendet ein bombenfest

stehendes Stativ. Noch besser ist natürlich eine Halterung, die eine starre Verbindung

Spektiv-Digitalkamera ermöglicht. Das geht mit Bastlergeschick im Eigenbau oder man kauft sich

eine industriell gefertigte Lösung. Dabei sind die am geeignetsten, die ein Wegschwenken der Kamera

möglich machen, wenn man zwischendurch nur beobachten will:

Zeiss2      Zeiss3

Zeiss4

Bei diesen Lösungen, wo Spektiv und Kamera auf einer Schiene starr befestigt sind, ist die

Trefferausbeute bereits sehr hoch, vorausgesetzt ich löse erschütterungsfrei aus. Die beste

 Möglichkeit besteht in der Verwendung des Selbstauslösers der Kamera. Wenn genau genug

fokussiert wurde und die optischen Achsen der beiden Geräte übereinstimmen, dann muß

 jetzt das Ergebnis passen! Unter einer Voraussetzung, daß z.B. der Vogel noch vorhanden

 ist und sich nicht inzwischen schon verabschiedet hat.  Aufnahmen von rasch sich

 bewegenden Motiven sind kaum oder nur sehr schwer mit entsprechendem Equipment + Erfahrung

 zu machen.

Wer sich durch die anfänglichen Tücken nicht entmutigen läßt und die Ursachen der nicht optimalen

Bildergebnisse analysiert, kommt mit der Digiskopie rasch zu Ergebnissen, die nicht nur Motivbelege

sind, sondern auch viel Freude machen können. Drauf sind wir doch aus!

                        

Kommentare  

+1 #1 Guest 2010-03-12 10:29
Ebenfalls verständlich geschildert und aus eigener Erfahrung kann ich sagen - es funktioniert. Natürlich werden die Ergebnisse erst mit viel Geduld zur Sache und "immer wieder probieren" brauchbar, aber mit jedem Bild steigt der Erfolg.

PS:
Der untere Text ist auf der rechten Seite beschnitten und nicht im Ganzen lesbar.

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