Vom 20.8. - 29.8. 2010 fand eine BirdLife-Österreich-Reise unter Leitung von Martin Brader statt. Wir besuchten das Norddeutsche Wattenmeer und die Inseln Sylt und Helgoland. Das schleswig-holsteinische Wattenmeer ist ein Nationalpark und zugleich Weltnaturerbe-Gebiet und beherbergt die größte Vogelpopulation Europas.

Um diese Jahreszeit beginnt der Vogelzug und so sind hier Millionen Wat-, Wasser- sowie Singvögel zusätzlich zu beobachten, da sie das überreiche Nahrungsangebot zum Auftanken der Reserven für den langen Flug nach Süden nutzen. Zunächst erscheinen oft die riesigen Wattflächen kaum von Vögeln besetzt, doch an den geeigneten Stellen fallen immer wieder Schwärme von Limikolen ein: Austernfischer, Strandläufer,Rotschenkel, Regenpfeifer. Zur Flutzeit kann man zusätzlich Möwen-,Gänse- und Entenarten an der Wasserkante beobachten. In den zahlreichen Schutzgebieten finden die Artenschwärme Rast-, Erholungs-, sowie Mauserplätze und in der Umgebung reichlich Nahrung. Im Verlauf der Tage lernten wir verschiedene Biotope kennen: Salzwiesen und Salzmarschen, Wattwiesen, Watt, Strand und Sanddünen, Sandbänke, Felsenküsten sowie deren Beeinflussung durch Ebbe und Flut und den dort lebenden Tieren und Pflanzen. Zu Beginn unseres Aufenthaltes besuchten wir das Watt-Museum in Töning (Multimar Wattforum, eine Pflicht für Naturfreunde!! ). In vielen unterschiedlichen Biotop-Aquarien lernten wir so die typischen Bewohner kennen. Hauke-Haien-Koog, Faretofter Westerkoog und anschließende Barfuß-Wattwanderung, Beltringharder Koog, Hamburger Hallig, Halbinsel Eiderstedt, Sylt mit Königshafen, Rantumbecken, Hörnumer Odde, Helgoland mit einem Besuch der Vogelwarte, die Baßtölpel in der Umgebung der "Langen Anna", die östlich vorgelagerte Düne mit ihren Kegelrobben und Seehunden waren die wichtigsten Stationen der Reise. Das Wetter bot die ganze Palette der meteorologischen Möglichkeiten: mehrheitlich wolkenverhangener Himmel, ständig windig bis stürmisch, kurze sonnige Abschnitte und dann wieder kräftige Regengüsse. Unsere Beobachtungsbegeisterung blieb - verblasen oder durchnäßt - ungebrochen. So konnten wir insgesamt 127 Vogelarten beobachten - vom Seeadler bis zum Hänfling (Ein Teil davon ist in der Bildergalerie wiederzufinden). Allerdings fielen -besonders in den ersten Tagen - die Mehrheit der Digiskopie-Aufnahmen dem Wind zum Opfer. Scharfe Bilder waren Mangelware. Martin Brader erwies sich als hochkarätiger Ornithologe, der es auch verstand, uns im Lauf der Tage für die allgegenwärtigen Vogelfedern zu begeistern. Sein breit gestreutes Wissen, vor allem aber seine Geduld und die Fähigkeit, liebevoll auf die Eigenarten der 15 Teilnehmer einzugehen, läßt den Wunsch nach einem neuen Reiseziel mit ihm verspüren.

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